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Begründung je Punkt
Wer weiß, wogegen ein Punkt schützt, hält ihn auch unter Zeitdruck ein. Ohne Begründung wird das Abhaken zur Formsache.
Fachwissen zum ESD-Schutz
Kontrolle in der EPA
Eine Schutzzone wird einmal eingerichtet und danach jeden Tag benutzt. Zwischen diesen beiden Zuständen liegt die Kontrolle.
Zur ChecklisteDie Einrichtung einer EPA ist ein Projekt mit Anfang und Ende: Boden, Tischbeläge, Erdung, Messung, Abnahme. Danach beginnt der Betrieb, und der hat kein Ende. Personal wechselt, Material kommt herein, Kabel werden umgesteckt, Sohlen verschmutzen.
Eine Checkliste hält den Abstand zwischen dem abgenommenen Zustand und dem heutigen klein. Sie ersetzt die Messung nicht, sie sorgt dafür, dass gemessen wird.
Anforderungen
Listen für die Schutzzone gibt es in jedem Betrieb. Viele hängen laminiert am Eingang und werden nicht gelesen, weil sie aussehen wie eine Hausordnung: Punkte in der Reihenfolge, in der sie jemandem eingefallen sind, ohne Begründung und ohne Namen.
Eine Liste, die im Alltag trägt, ist nach zwei Fragen sortiert. Wann ist der Punkt fällig, und wer ist dafür zuständig. Der Rest ergibt sich daraus, auch die Länge: Was niemandem gehört und keinen Anlass hat, kommt heraus.
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Wer weiß, wogegen ein Punkt schützt, hält ihn auch unter Zeitdruck ein. Ohne Begründung wird das Abhaken zur Formsache.
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Jeder Punkt gehört genau einer Rolle. Was allen gehört, prüft am Ende niemand.
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Beide finden andere Fehler und haben andere Abstände. Steht die Messung als Unterpunkt der Sichtprüfung, fällt sie zuerst weg.
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Eine Prüfung ohne Notiz ist nach einer Woche nicht mehr auffindbar. Erst die Reihe von Werten zeigt, ob sich etwas verschlechtert.
Der Mensch
Der Mensch bringt die Ladung mit. Er bewegt sich, zieht Kleidung an und aus, und er ist der einzige Teil der Zone, der sich vor Arbeitsbeginn selbst prüfen kann.
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Die ESD-Kleidung schirmt die Ladung der Privatkleidung ab und leitet sie ab. Offen getragen tut sie beides nur zur Hälfte.
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Ein Erdungsband über dem Ärmel erdet den Ärmel. Das Band gehört auf die Haut und das Kabel in den vorgesehenen Erdungspunkt.
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Ein Band kann äußerlich unversehrt sein und innen einen gebrochenen Leiter haben. Sichtbar wird das nur am Personentester.
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Zugang hat, wer geschult ist. Wer nicht weiß, warum ein Bauteil im Beutel bleibt, nimmt es heraus, um es genauer anzusehen.
Material
Der zweite Teil der Liste betrifft Gegenstände. Die Frage ist bei jedem dieselbe: Ist es für den Einsatz in der Zone freigegeben, oder trägt es seine Ladung mit hinein?
Folie, Klarsichthülle, Kaffeebecher. Diese Materialien laden sich beim Bewegen auf und geben die Ladung nicht wieder ab. Bauteile reisen in ESD-Verpackungen, und ausgepackt wird außerhalb der Zone.
Mobiltelefone und Kopfhörer stecken in isolierenden Hüllen und wandern zwischen Tasche und Tisch. Für sie braucht es eine festgelegte Ablage außerhalb des Arbeitsbereichs.
Ordner, Klebeband, Kunststoffschalen. Was neben dem Bauteil liegt und seine Ladung hält, wirkt wie ein Feld in unmittelbarer Nachbarschaft. Auf der Fläche bleibt, was gebraucht wird und ableitfähig ist.
Jede Trennung zweier Materialien erzeugt Ladung, das Abrollen von Klebeband genauso wie das Aufreißen einer Tüte. Solche Arbeitsschritte gehören vor die Zone.
Freigegeben heißt, dass der Betrieb das Material für die Zone bestimmt hat. Eine Tüte, die aussieht wie eine ESD-Tüte, ist keine.
Zuständigkeit
Die meisten Listen scheitern nicht an fehlenden Punkten, sondern an fehlenden Zuständigkeiten. Deshalb steht in einer brauchbaren Liste neben jedem Punkt eine Rolle.
Die Prüfungen, die jeder selbst übernimmt, bevor er an einem Platz in der Schutzzone zu arbeiten beginnt.
Was geprüft wird
Womit
Braucht keine Messtechnik, bis auf den Personentester am Eingang der Zone.
Die Prüfungen, die geplant, gemessen und protokolliert werden, damit der Zustand der Zone belegt ist.
Was geprüft wird
Womit
Braucht Messtechnik, feste Messpunkte und Protokolle, die sich vergleichen lassen.
Die Abstände für die wiederkehrende Prüfung legt das Kontrollprogramm des Betriebs fest, nicht eine allgemeine Empfehlung. Sie hängen an der Nutzung des Platzes und gehören zusammen mit den Messpunkten schriftlich fixiert. Ohne diese Festlegung prüft jeder etwas anderes, und zwei Protokolle lassen sich nicht vergleichen.
Wer nicht bei Null anfangen will, findet im Leitfaden zum ESD-Arbeitsplatz mit der EPA-Checkliste als Plakat die Ausstattung eines Platzes zusammengefasst und eine Vorlage, die sich ausdrucken und an den Eingang hängen lässt.
Nachweis
Eine Sichtprüfung findet, was zu sehen ist. Der Ableitwiderstand gehört nicht dazu, und genau er ist die Eigenschaft, auf der die ganze Zone aufbaut.
Gemessen wird dort, wo die Erdung wirken soll: an der Person über den Personentester, an Tischbelägen und Ablagen, am Boden und an den Verkehrsflächen, an Stühlen und Transportwagen. Ionisatoren fallen aus dieser Reihe heraus. Bei ihnen zählt nicht der Widerstand, sondern die Zeit, in der eine geladene Platte entladen wird, und dafür gibt es den Charged Plate Monitor.
Eine Messung ist so viel wert wie ihre Wiederholbarkeit. Derselbe Punkt, dieselbe Elektrode, dasselbe Verfahren: Erst dann sagt der Vergleich mit der letzten Messung etwas aus. Wechselt das Gerät oder die Person, gehört das ins Protokoll.
Das Prüfgerät ist selbst ein Prüfmittel. Ohne Kalibrierung ist sein Ergebnis eine Zahl ohne Rückhalt, und im Audit ist das die Stelle, an der die Beweiskette reißt.
Wer die Prüfmittel neu zusammenstellt, kommt mit einem einzelnen Gerät nicht weit. Es gibt zusammengestellte Audit-Kits für die wiederkehrende Prüfung, in denen Messgerät, Elektroden und Zubehör aufeinander abgestimmt sind.
Kurz beantwortet
Die Norm verlangt ein ESD-Kontrollprogramm mit festgelegten Prüfabständen. Welche Abstände das sind, legt der Betrieb selbst fest und begründet es.
Die Begründung stützt sich auf die Nutzung. Ein Platz, an dem täglich gelötet und umgebaut wird, braucht kürzere Abstände als ein Prüfplatz, der einmal pro Woche belegt ist. Wichtig ist weniger die Zahl als die Wiederholbarkeit: derselbe Punkt, dasselbe Verfahren, dasselbe Protokoll. Sonst lassen sich zwei Messungen nicht vergleichen.
Wer eingewiesen ist. Die Zugangsbeschränkung auf geschultes Personal ist Teil des Kontrollprogramms, nicht eine Frage der Höflichkeit.
Besucher und externe Kräfte kommen mit Begleitung hinein, tragen die vorgeschriebene Ausrüstung und fassen keine Bauteile an. Das betrifft auch Handwerker und Reinigungspersonal, die häufig übersehen werden, obwohl sie sich in der Zone bewegen und Material mitbringen.
Für einen Teil der Punkte ja. Ein abgerissenes Erdungskabel, eine aufgewölbte Tischmatte oder ein Ordner auf der Arbeitsfläche sind zu sehen.
Der Ableitwiderstand ist nicht zu sehen. Ein Erdungsband kann äußerlich unversehrt sein und innen einen gebrochenen Leiter haben, eine Schuhsohle kann durch Verschmutzung ihre Funktion verlieren, ohne sich zu verändern. Deshalb steht die Messung in der Checkliste getrennt von der Sichtprüfung und nicht als deren Bestätigung.
Das Handgelenkband erdet über ein Kabel und passt an den sitzenden Arbeitsplatz. Es wirkt nur bei Hautkontakt, ein Band über dem Ärmel erdet den Ärmel.
ESD-Schuhe und Fersenbänder erden über den Boden und passen dort, wo sich Personen bewegen. Sie brauchen einen ableitfähigen Boden, sonst führt der Weg zur Erde ins Nichts. Wo beides zusammentrifft, also am Steharbeitsplatz oder beim häufigen Wechsel zwischen Plätzen, wird beides getragen und beides geprüft.
Eine Entladung zerstört ein Bauteil nicht immer sofort. Sie kann die Struktur vorschädigen, ohne dass eine Funktionsprüfung etwas findet.
Das Gerät verlässt die Fertigung, arbeitet und fällt später beim Kunden aus. Für die Fehlersuche ist dieser Fall der unangenehmste, weil zwischen Ursache und Wirkung Wochen liegen und die Endprüfung unauffällig war. Vorbeugen lässt sich das nur in der Zone, nicht am Prüfplatz danach.
Gehäuse und Schutzhüllen bestehen aus isolierendem Kunststoff. Sie laden sich beim Tragen auf und geben die Ladung nicht ab, im Zweifel direkt neben einem offenen Bauteil.
Praktikabel ist eine feste Regel statt einer Einzelfallentscheidung: entweder draußen lassen oder an einer festgelegten Ablage außerhalb des Arbeitsbereichs. Was im Kontrollprogramm steht, lässt sich einhalten und prüfen. Was von der Tagesform abhängt, nicht.
Der schnellste Einstieg ist kein neues Formular, sondern ein Rundgang mit dem alten: eine Stunde Zeit, ein Personentester, ein Messgerät für Oberflächen. Jeder Punkt, den dabei niemand zuordnen kann, ist der erste Kandidat für die Überarbeitung.
Wer die Rollen im Betrieb erst aufbauen muss, findet in den Seminaren der ESD-Akademie den Rahmen dafür, von der Basisschulung bis zur Ausbildung zum Auditor. Für Fragen zur eigenen Zone genügt ein Anruf.